LE BALLET IMAGINAIRE

Jeremias Schwarzer & Ralf Waldner

Die spätbarocke Instrumentalmusik um 1730 mit dem von Quantz geprägten Ausdruck des „vermischten Geschmacks“ als deutsche Erfindung zu deklarieren erscheint uns aus heutiger Perspektive nicht ausreichend. Man könnte eher von einem „europäischen“ Stil sprechen: den Komponisten um 1730 war der gelehrte Kontrapunkt ebenso vertraut wie die italienischen Opern und Concerti.

Es gab einen europäischen Musikgeschmack, der vor Ländergrenzen nicht haltmachte. Dabei war die Kultiviertheit der französischen Musik und die Kenntnis ihrer Verzierungspraxis die allgemeine Basis des geschmackvollen Komponierens: ebenso wie um 1730 fast in ganz Europa Französisch die Sprache der kultivierten Konversation war, schimmern Esprit und Eleganz der französischen Musik auch in den Sonaten Bachs, Händels oder Telemanns durch.

Man kann die Werke dieses Programms wie ein elegantes, feinsinniges, tänzerisches europäisches Konzert um 1730 hören: Un ballet imaginaire. Die Klangstudie „Lied“ von Toshio Hosokawa erweitert den Rahmen um eine östliche Perspektive auf den Blockflötenklang. – Jeremias Schwarzer

Jeremias Schwarzer Blockflöte
Ralf Waldner Cembalo

Mit Werken von C.Ph.E. Bach, J.S. Bach, J.M. Hotteterre, G.F. Händel ,Toshio Hosokawa u.a.

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FR, 27.5.22 | 16:00 | » Rossini-Saal

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